Ergebnisse der FES/BAuA/ASER-Konferenz: Produktpiraterie – Möglichkeiten ihrer Bekämpfung durch innovative Technologien
Schwerpunkte der Konferenz des Arbeitskreises Verbraucherpolitik der Friedrich-Ebert-Stiftung am 25. Oktober 2007 in Berlin, die in Kooperation mit der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin und dem Institut ASER e.V. an der Bergischen Universität Wuppertal durchgeführt wurde, waren:
Schutztechnologien (Technologie-Datenbank und Praxislösungen);
Verbraucherschutz (Gefährdungen und deren Risiken sowie Leitfaden);
Volkswirtschaft (Gefahren und Schäden);
Schnittstellenbetrachtung zwischen Produktschutz und Produktsicherheit (Plattform Produktpiraterie.org).
Der volkswirtschaftliche Schaden Deutschlands durch Produkt- und Markenpiraterie wird vom Deutschen Industrie- und Handelstag (DIHK) auf jährlich ca. 30 Milliarden Euro beziffert, und nach Schätzungen des deutschen Justizministeriums gehen auf diese Weise jährlich etwa 50.000 Arbeitsplätze in Deutschland verloren. Unternehmen, die Schutzrechte auf ihre Produkte angemeldet haben, können durch Marktanteilverluste und Imagebeschädigungen sowie durch vermeintliche Produkthaftungsfälle gravierende Nachteile erleiden.
Naheliegend ist, dass bei Plagiaten und Produktfälschungen zwecks Optimierung der Gewinnspanne häufig auch die grundlegenden Anforderungen der Geräte- und Produktsicherheit nicht eingehalten werden. Verbraucherinnen und Verbraucher werden daher beim Kauf von nachgeahmten oder gefälschten Produkten häufig nicht nur durch niedrige Produktqualitäten finanziell geschädigt, sondern sind beim Gebrauch teilweise hohen Unfall- und Gesundheitsrisiken ausgesetzt.
Die deutsche G8-Präsidentschaft im Jahr 2007 hat den Dialog über die zentrale Bedeutung von Innovationen in wissensbasierten Gesellschaften und die Verstärkung des Schutzes gegen Produkt- und Markenpiraterie durch Innovationen hervorgehoben.
So führte im Auftrag der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin das Institut ASER e.V. an der Bergischen Universität Wuppertal das Forschungsprojekt „Möglichkeiten der Qualitätssicherung und -erkennung von Migrationsprodukten unter Berücksichtigung neuer Technologien“ durch. Darin wurden Schutztechnologien gegen Produkt- und Markenpiraterie untersucht. Die Ergebnisse werden nun insbesondere Herstellern von Verbraucherprodukten oder technischen Arbeitsmitteln in einer Technologie-Datenbank zur Verfügung stehen. Parallel dazu wurde ein Verbraucherleitfaden entwickelt, der u.a. Möglichkeiten aufzeigt, wie Produktfälschungen von Verbrauchern erkannt werden können.
Auf der Veranstaltung wurden die Folgen von Produkt- und Markenpiraterie für Verbraucher und Gesamtwirtschaft in Deutschland beleuchtet. Der Schwerpunkt lag jedoch bei den Schutzmaßnahmen: Zum einen wurde die Technologie-Datenbank und der Verbraucherleitfaden vorgestellt und zum anderen sind dann Beispiele verschiedener Schutztechnologien präsentiert worden. Anschließend sind die dargestellten Projektergebnisse und Praxislösungen im Sinne der Nutzbarkeit für Produkthersteller und Verbraucher mit dem Plenum diskutiert worden.
Programm der FES/BAuA/ASER-Konferenz vom 25. Oktober 2007 bei der Friedrich-Ebert-Stiftung in Berlin.
Bericht (Dauer: 3 Minuten) über die FES/BAuA/ASER-Konferenz am 6. November 2007 in der Sendung Quintessenz des WDR 2.
Beiträge der Referenten
Begrüßung (pdf, 13 kB), Frau Hannelore Hausmann, Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn
Grußwort (pdf, 16 kB), Frau Maria Vleurinck, Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Bonn
Impulsreferat (pdf, 19 kB), Herr Dr. Ditmar Staffelt, MdB, Berlin
Beitrag (pdf, 2,0 MB), Herr Dr. Ralf Pieper, Bergische Universität Wuppertal, Wuppertal
Beitrag (pdf, 1,5 MB), Herr Dr. Karl-Ernst Poppendick, Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Dortmund
Beitrag (pdf, 2,2 MB), Herr Karl-Heinz Lang & Herr Andreas Schäfer, Institut ASER e.V., Wuppertal